Storz am Mark spendet Instrumente für humanitären Einsatz in Nepal

Dr. Peter Roth hilft seit 9 Jahren den Ärmsten mit zahnärztlicher Behandlung bei seiner Tätigkeit in Nepal. Hier sein Bericht dazu:

Seit 9 Jahren ist Dr. Peter Roth zahnärztlich in Nepal tätig. Seine Reise führte ihn zunächst in ein Freecamp in den Bergen bei Dolaka, meist noch mit einem Gynäkologen, Augenarzt und einem Allgemeinarzt.

Die Fahrt in solche Freecamps verläuft oft auf halsbrecherischen Straßen. Dieses Jahr brauchte das Team für 120 km 13 Stunden und musste anschließend noch 1 Stunde steil in der Dunkelheit aufsteigen. Am nächsten Morgen musste das Team früh aufstehen, da noch ein einstündiger Marsch zum Camp bevorstand. Viele Patienten warteten schon auf die Ärzte. Sie hatten z.T. Fußmärsche von über 8 Stunden auf sich genommen, um von Zahnschmerzen befreit zu werden. Die Träger mit dem dentalen Equipment waren auch bereits eingetroffen.

Nach den obligatorischen Begrüßungsreden, dem Aufbau des Arbeitsplatzes und der Sterilisation der Instrumente konnte die Arbeit beginnen. Die Patienten drängten am Eingang vor Angst, vielleicht nicht mehr dranzukommen. Da in den ersten 3 Tage kein Strom zur Verfügung stand, beschränkte sich die Behandlung im Wesentlichen auf Zähne ziehen, was unter diesen Bedingungen aber nicht immer leicht war, vor allem nicht bei den stark zerstörten Weisheitszähnen und den stark abradierten, ankylosierten Zähnen.

Danach konnte das Behandlungsspektrum mit Legen von Füllungen und dem Cleaning mit Ultraschall erweitert werden. Wenn noch Zeit blieb, zeigte die Dentalhygienikerin am Modell, auf was man beim Zähneputzen achten sollte. Vieles bekamen Dr. Roth zu sehen, von total zerstörten Gebissen über Zahnfehlstellungen bis hin zu tadellosen Gebissen. Jeden Abend wurde der ganze Abfall verbrannt und danach mit Erde zugedeckt. Drei tüchtige Dentalhygieniker und ein Nepali-Zahnarzt standen Dr. Roth zur Seite, ohne die er 100-150 Patienten täglich nie geschafft hätte. Die Dentalhygieniker genießen in Nepal eine sehr gute 3-jährige Ausbildung und sind berechtigt neben der intensiven Prophylaxe kleine Füllungen zu legen und Injektionen sowie leichte Extraktionen durchzuführen.

Den zweiten Teil seines Einsatzes verbrachte Dr. Roth im abgelegenen Hospital in Amppipal in der Nähe von Gorka. Es liegt auf einer großen Naturterrasse und bietet im Umkreis von 20 km oder 2-3 Tagesfußmärschen für 200.000 Nepali die einzige medizinische Versorgungsmöglichkeit.

Die Auffahrt ist immer wieder ein Abenteuer. Das Ambulanzgebäude wurde durch das Erbeben stark zerstört. Der Wiederaufbau ist leider noch nicht fertig, wie letztes Jahr versprochen wurde. Die jetzige Ambulanz mit Rezeption und Wartezimmer sind somit weiter noch in den einfachen Räumen und Blechhütten wie letztes Jahr untergebracht.

Die Dental Clinic befindet sich ebenfalls noch in dem kleinen Privatkrankenzimmer mit direktem Zugang zur Toilette, was die Arbeitsbedingungen und die Hygiene nicht gerade vereinfachen. Es ist zum Glück nur ein Provisorium, denn sonst ist die Dental Clinic, was die Einheit, die Instrumente, die verschiedenen Geräte und Materialien anbelangt, auf dem neuesten Stand.

So viele Patienten mit z.T. schwierigen Behandlungen wie Zahnfrakturen, Wurzelbehandlungen, aufwendigen Füllungen und chirurgischen Eingriffen hatte Dr. Roth noch nie in Amppipal. Der ihm zur Seite stehende Dental-Hygieniker kam mit dem Aufräumen, Saubermachen und Herrichten des Arbeitsplatzes für den nächsten Patienten kaum noch nach.

An einem der Tage hielt sich ein Schulcamp in der Nähe des Hospitals auf. Die Schüler waren schon ganz gespannt auf den Zahnarzt. Geduldig verfolgten sie die Technik des Zähneputzens, das der Dental-Hygieniker geduldig demonstrierte. Viel Erheiterung gab es, als einige danach die Technik an sich zeigen mussten.

Ein wichtiger Teil des Besuches von Dr. Roth bestand im Screening, dem Erfassen der Befunde. Er zeigte sich erfreut etwa 60 % kariesfreie Gebisse vorzufinden. Hier wird der Erfolg der Prophlaxeinstruktionen voriger Jahre sichtbar. Kinder mit kariösen Zähnen, die mit Füllungen versorgt werden können, bekamen eine Überweisung ins Hospital. Stark zerstörte, nicht erhaltungswürdige Milchzähne wurden sofort extrahiert. Zum Schluss wurden die Schüler belohnt mit Zahnpasta, Zahnbürsten und anderen nützlichen Geschenken.

Für Dr. Roth ist es immer wieder ein zutiefst befriedigendes Gefühl, den Ärmsten auf eine so direkte Weise helfen zu können.